Next to Normal

Im Gespräch mit … Dennis Hupka

Alltag auf der Bühne

Für die neue Spielzeit habe ich mir einige neue Sachen ausgedacht und einige Ziele gesetzt, die ich jetzt erreichen will. Eines davon ist eine Serie mit Interviews und Gesprächen, die ich hier veröffentlichen will. Ob das klappt? – Keine Ahnung.

Zum Start habe ich mich ein bisschen mit Dennis Hupka unterhalten, der neben seinem Musicalstudium an der UdK Berlin seit Mitte Juni als Gabe in Next to Normal im Renaissance Theater auf der Bühne steht. Anlässlich der Wiederaufnahme nach der Sommerpause habe ich ihn gefragt,  was er zu seiner Rolle und zu Next to Normal im Allgemeinen zu sagen und welche Einblicke er mir in sein Studium gegeben hat, könnt ihr nun hier lesen.

Theaterkind: In der Next to Normal Produktion im Berliner Renaissance Theater spielst du Gabe. Nach Aaron Tveit am Broadway und Dirk Johnston in der deutschsprachigen Erstaufführung in Fürth bist du also der ältere Sohn der Familie Goodman. Hattest du das Gefühl, du trittst in große Fußstapfen?

Dennis Hupka: Eigentlich nicht. Dadurch, dass die Rolle erst so selten gespielt wurde – das heißt vor allem im deutschsprachigen Raum noch relativ unbekannt ist – hat man als Zuschauer noch nicht so ein Bild davon, wie es unbedingt gemacht werden muss. Natürlich kann man es dann auch gerade anders machen, aber bei Gabe ist das jetzt cool, weil man eben irgendwie immer ein ‘Original’ ist. Dazu kommt, dass die Rolle sehr vielfältig ist, weil sie eben so alltäglich ist. In jeder Produktion ist sie ganz anders, weil jeder sie ganz anders anlegt.

Was genau heißt für dich Gabe ist eine alltägliche Figur?

Diana sieht ihn ja ziemlich deutlich und auch der Zuschauer sieht ihn bis etwa zur Hälfte als eine ganz normale Figur, eben als den Sohn, der am Leben teilnimmt. Ob er jetzt tot oder lebendig ist, stellt sich mir als Frage eigentlich gar nicht.  Es ist gewissermaßen sein Wille da zu sein, was er ja auch in „I’m alive“ sehr deutlich formuliert. Verstorbene bleiben immer im Gedächtnis und die bleiben dann – jedenfalls für mich – nicht wie man sie in Erinnerung hat, sondern die sind dann einfach da. Wenn ich an meine tote Oma denke, dann denke ich nicht an sie wie sie in der Küche steht oder sonst wo, sondern als wäre sie einfach hier neben mir. Alle fragen immer, wie es ist einen Toten zu spielen, aber ich hab ihn nie nur als toten Sohn gesehen, sondern immer als jemanden, der einfach da ist. Der Unterschied ist einfach nur, wie die anderen mich sehen – es kann mich eben nur die Mutter sehen. Aber das macht ihn nicht zwangsläufig zu einer Figur, die anders ist als die anderen. Das einzige, wie ich ihn vielleicht sehe ist, dass er mächtiger ist als die anderen, weil ich natürlich aus einem ganz anderen Blickwinkel gucken kann, viel mehr wahrnehmen kann und eben überall da bin, aber ich würde nicht sagen, dass er anders zu behandeln oder anders anzugehen ist.

Viele sehen Gabe ja immer – auch weil ja oft ein bestimmter, ich sage jetzt mal, „Sunny-Boy“-Typ in dieser Rolle besetzt wird – als den perfekten Sohn. Wir beide haben ja schon öfter mal darüber nachgedacht, ob er jetzt nun eher gut oder eher böse ist. Was wäre momentan dein finales Votum zu diesem Thema?

v. l. n. r.: Gunbert Warns, Katherine Mehrling, Devi-Ananda Dahm, Dennis Hupka in Fast Normal – Next to Normal am Renaissance Theater. (Foto: Franziska Allner – Fränzy Fotografie)

v. l. n. r.: Gunbert Warns, Katherine Mehrling, Devi-Ananda Dahm, Dennis Hupka in Fast Normal – Next to Normal am Renaissance Theater.
(Foto: Franziska Allner – Fränzy Fotografie)

Beides. Als ich angefangen hab an Gabe zu arbeiten, hab immer versucht so mit dem Charme zu spielen, dass jede Mutter ihm einfach hinterher weinen würde, aber beim Arbeiten hat Torsten Fischer sehr viel Wert darauf gelegt, ihn gar nicht so leiden zu lassen, sondern viel mehr als ein Arschloch zu denken. Ein Sohn, der nachts um vier heimkommt, während seine Mutter sich Sorgen macht, der ist eigentlich der Arsch, der sie die ganzen Sachen – bis zum Selbstmordversuch – machen lässt. Er ist der, der eigentlich den ganzen Haushalt umschmeißt und sagt „Hey, Leute, ich will, dass ich am Leben bleibe, ich will nicht, dass ihr mich vergesst“ und deshalb muss er auch irgendwie ein Arschloch sein. Er ist eben das, als was die Mutter ihn sieht, Engel und Teufel gleichermaßen. Es macht natürlich mehr Spaß den Teufel zu spielen, weil man da natürlich mehr Macht auf der Bühne hat, aber er ist definitiv beides. Auch musikalisch ist das ja deutlich, da ist auf der einen Seite eben die aggressivere Rock-Star-Nummer „I’m Alive“, aber dann gibt’s eben auch „Komm mit mir“ als die Engelsballade, die extrem falsett-lastig ist und in der er seine Mutter versucht in den Tod zu ziehen.

Ich weiß, dass du auch die deutschsprachige Erstaufführung in Fürth gesehen hast vor zwei Jahren. In Erinnerung daran und jetzt mit der Erfahrung eurer Produktion – was ist für dich der große Unterschied zwischen den beiden? 

Ich hab Fürth noch sehr Broadway-ähnlich in Erinnerung, von der Musik als auch vom Counting her sehr ähnlich, von der Schnelligkeit bis hin zum Bühnenbild – ich glaube schon, dass sie sich da die Broadway-Produktion als Vorbild genommen haben. Bei uns ist das natürlich schon allein durch die Treppe [aus der das Bühnenbild besteht] ganz anders. Ich würde zwar nicht sagen „minimalistischer“, aber die Berliner Inszenierung ist eben mehr an Berlin angepasst, also ans Renaissance Theater. Außerdem ist Torsten [Fischer] manchmal auch sehr von der Musik weg- und mehr zum Schauspiel hin gegangen.

Obwohl sich mir da auch damit in manchem Momenten die Frage stellt wie und zu welche Zweck, aber andererseits ist es eben dadurch sehr auf den Inhalt gebürstet ist und was dabei eben manchmal passiert ist, dass plötzlich jedes Wort so eine Wichtigkeit bekommt – und dadurch entstehen manchmal peinliche Momente. Zum Beispiel wenn Texte ent-musikalisiert und aus einer rezitativischen Form herausgelöst werden, aber dann einfach trotzdem gebunden gesprochen werden. Das sind dann Momente, in denen man plötzlich so eine Gedicht-Assoziation hat. Der eine Schritt weiter wäre dann doch irgendwie cool gewesen.

Obwohl man dem Text natürlich noch irgendwo treu bleiben muss. Wir haben eben gesagt, dass bestimmte Textstellen zwar gesungen toll sind, aber wir sie trotzdem sprechen wollen, damit wir es noch „echter“ machen können.
Was vielleicht bei uns noch ein wenig vom Gefühl her anders ist, ist der Freiraum, den Torsten uns mit den Choreografien gegeben hat. Er hat nur Bilder gestellt und jeder sollte seine eigenen Bewegungen finden, eben dadurch wird es sehr echt und tagesabhängig. Das merke ich schon immer, ich glaube, wir haben nie wirklich die safen, viel ge-counteten Momente. Dadurch merken glaub ich nicht nur wir auf der Bühne, dass da eine ganz andere Spannung und Ernsthaftigkeit auf der Bühne ist, als wenn wir die ganze Zeit denken „Ah, ok, jetzt kommt das und jetzt muss ich das sagen….“. Ich fühle mich an manchen Tagen selbst umgehauen davon, wie berührend die Szenen sind. Auch dadurch, dass wir fünf ‘Jugendliche’ und zwei Ärzte [die sich die Vorstellungen teilen] haben, war bis jetzt fast jede Vorstellung anders. Dazu kommt auch auch, dass das Publikum nicht unbedingt ein typisches Musicalpublikum ist und dass – das muss man ja auch nicht verheimlichen – die Zuschauer sehr viel älter sind als das normale Musicalpublikum wie zum Beispiel in den Stage-Häusern. Trotzdem sind viele sehr begeistert.

Next to Normal ist deine erste größere Produktion außerhalb des Studiums. Letzte Spielzeit warst du noch in La Cage aux Folles in Potsdam und dann gab es natürlich noch Grimm an der Neuköllner Oper. War die Arbeit an Next to Normal anders als vor allem bei Grimm?

v. l. n. r.: Feline Zimmermann, Devi-Ananda Dahm, Dennis Hupka in GRIMM! (Foto: Silvie Firat)

v. l. n. r.: Feline Zimmermann, Devi-Ananda Dahm, Dennis Hupka in GRIMM!
(Foto: Silvie Firat)

 Ja, sehr. Unsere Grimm-Produktion war ja die deutsche Erstaufführung. Die Uraufführung war in Graz, aber das Stück wurde schon größtenteils für uns geschrieben. Peter [Lund] hat sich ein Thema überlegt und wir als Studenten haben uns dann überlegt, was es für Rollen geben könnte. Dadurch war die Arbeit natürlich schon sehr experimentierfreudig, wir konnten zum Beispiel selbst gucken, was unsere Rollen für Beziehungen zu den anderen Tieren haben könnten. Schon allein deshalb hatten wir sehr viel Freiraum. Die Rollen sind aber schon sehr nah an uns dran, deshalb wird es wahrscheinlich nie einen Didi geben wie bei uns in Berlin. Bei Next to Normal war natürlich schon so, dass das natürlich irgendwie schon dem Bild des Stückes entsprechen muss. Da kann man nicht einfach sagen “Ich springe jetzt hier die ganze Zeit rum, weil ich schizophren bin!”. Und Torsten hatte natürlich auch sein klares Bild. Ist es natürlich ein Unterschied, ob da jetzt 10 Studenten drinhängen, die natürlich alle irgendwie zu ihrem Moment kommen sollen. Bei Grimm gibt es nur mich als Didi und bei Next to Normal teile ich die Rolle ja mit JP [Kommilitone Jan-Philipp Rekeszus]. So konnte ich zum Beispiel auch Next to Normal einmal von außen sehen, nach etwa einem Monat, als JP zum ersten Mal Gabe gespielt hat, nachdem er sich zuerst vor allem auf Henry, den er auch spielt, konzentriert hat. Ich wusste vorher überhaupt nicht wie das überhaupt wirkt und wusste dann auch erst – Ah, so ist da das Licht! So ist das aus! – das war dann auch krass. Gleichzeitig war mir aber auch sofort bewusst, dass das mit ihm ja ganz anders ist. Da ist es eben wirklich JP als Gabe und das bin ich als Gabe. Das finde ich wichtig und das ist uns gut gelungen. Und ich würde nicht sagen, dass einer besser ist – auch nicht bei den Henrys oder Nathalies. Es ist einfach eine andere Besetzung. Deshalb ist es auch so spannend die Konstellation Nathalie und Henry zu sehen oder die Konstellation Gabe und Nathalie oder sogar Gabe und Henry, weil die haben natürlich auch eine Beziehung zu einander, was man eigentlich erst nicht glaubt, aber ich finde, dass die größer ist, als man erst glaubt.

Wir haben ja schon öfter drüber gesprochen, dass für mich der wichtigste Satz des Stücks “Kannst du sagen, was es ist, das dir Angst macht“ ist. Und dieses Nachfragen und natürlich auch das anschließende Zuhören ist – auch bei uns – bei vielen Familien das Problem, an dem sie scheitern. Die Thematik des Zuhörens ist ja später auch noch eine, die Henry später noch problematisiert, wenn er sagt, dass er da ist für Nathalie und ihr zuhören kann.

Das Problem des Stücks ist ein bisschen – das wurde auch oft bei Publikumsgesprächen thematisiert, dass die Leute sich fragen, ob wir „so was“ in Deutschland haben oder ob Depressionen eher unter den Teppich gekehrt werden und man eher davor zurückschreckt, von seiner Therapie zu erzählen und das ist hier eher ein Tabuthema. Diese Probleme, die die konkrete Familie Goodman hat, die sind natürlich nicht so alltäglich, aber das Problem des “nicht miteinander Redens”, das kennt glaub ich jeder. Probleme aussprechen und sagen, wo die eigenen Fehler sind, ist ja auch immer so ein Zeichen von Schwäche und darum geht es auch eigentlich in dem Stück, dass sich keiner eingestehen will, wie schwach er eigentlich ist. Oder wie hilflos.

Wir haben mit GRIMM ja schon einmal über dein Studium gesprochen, nun noch einmal etwas genauer – wie sind deine Erfahrungen?

Ich bin tatsächlich der älteste in meinem Jahrgang, ich bin jetzt auch der älteste der Fachrichtung, das fühlt sich seltsam an und alle, denen ich das erzähle, lachen mich aus, weil ich immer so wie der kleine, junge, freche Jugendliche wirke. Jetzt steht mein letztes Studienjahr an und das wird sehr spannend. Das dritte Jahr war so das Projektejahrl, was ich jetzt im August besonders gemerkt habe, als es einmal ganz ruhig war. Wir hatten durchgängig seit Weihnachten Uni mit sechs oder sieben Projekten, von Opernworkshop über eine Mini-Eigenarbeit, verschiedene Auftritte bis zu Produktionen wie Grimm und Next to Normal – da muss man schon ganz schön planen. Ab jetzt habe ich weniger Unterricht, weil ich gerade ein paar Prüfungen gemacht habe, muss jetzt also nicht mehr so oft in die Uni und kann mich dann auf ein paar Sachen spezialisieren, die ich dann machen möchte. Und natürlich wird es auch nochmal anders, weil es jetzt an die Auditions geht und wir alle nur noch relativ wenig in die Uni gehen. Ich glaube aber, dass das ein ganz gutes Sprungbrett ist, um sich klar zu machen: „Okay, ich brauche diesen Anlauf jetzt, um ins Berufsleben einzusteigen.“ Deshalb kam Next to Normal gerade ganz passend, da war es schön, auch neben der Uni noch etwas zu haben, wo man noch mal außerhalb dieser Strukturen etwas lernen kann. Ich glaube, bis zu einem gewissen Grad ist dieser Beruf auch ein bisschen Learning by Doing. Hinsetzen ist da einfach nicht.

Neben den Vorbereitungen aufs Berufsleben und den Studienabschluss nächstes Frühjahr steht auch bald die Wiederaufnahme von Grimm an?

Genau, von November bis Januar spielen wir nochmal ungefähr 25 Vorstellungen, dann machen wir als Abschluss jeder eine Eigenarbeit, so zwischen März und Mai. Das sind dann 40 bis 45 Minuten, die man selbst gestaltet, mit allem, was man so gelernt hat, verpackt in einem eigenen Stil und dann natürlich Auditions, Auditions, Auditions! Das 4. Jahr ist wirklich das persönlichste Jahr – jeder macht so das, worauf er sich fokussieren möchte, jeder arbeitet an seiner Eigenarbeit – außer bei der Wiederaufnahme jetzt, wo alle noch einmal zusammenkommen. Aber es ist auf jeden Fall nicht so wie das 2. oder 3. Jahr, wo man die ganze Zeit nur in dieser Gruppe zusammen Projekte macht.

Noch eine Frage, die genauso klischee-beladen wie interessant ist: Was ist deine Traumrolle, was willst du auf jeden Fall einmal spielen?

Ich muss sagen, meine richtigen “Traumrollen” hab ich schon gespielt. Das ist wirklich meine Antwort. Es gibt zwar noch so ein paar Sachen, auf die ich richtig Bock hätte, aber [Gabe] war schon so die Rolle, die ich gesehen hab, die mich umgehauen hat und bei der ich gesagt hab: Die MUSS ich spielen. Nachdem ich die Produktion in Fürth gesehen hab, hab ich auf dem Heimweg im Auto zu meiner Mutter gesagt: Mama, die Rolle spiel ich irgendwann!
Was ich auch noch gern machen würde mal, wäre auf jeden Fall Pippin oder Spring Awakening – vor allem Spring Awakening wäre wirklich was! Dann Billy natürlich, aber dafür bin ich ja inzwischen leider zu alt – aber ich träume weiter. Aber was ja eigentlich noch viel besser ist, als eine Rolle zu spielen, die man sich wünscht, ist eine Rolle zu spielen, die für dich geschrieben wurde oder die du selbst entwickeln kannst und das war bei Grimm ja der Fall, weshalb ich momentan auch sehr zufrieden bin. Ehrlich gesagt, bin ich jetzt auch ein bisschen gespannt, mal etwas zu spielen, was nicht teilweise für dich geschrieben wurde oder wo man sich so entwickeln kann, wie es jetzt bei unserer Produktion mit Gabe der Fall war und die vielleicht nicht unbedingt eine Traumrolle ist.

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Dennis Hupka zog – nach semiprofessionellen Theater- und Musicalproduktionen während der Schulzeit – 2012 zum Musicalstudium an der Universität der Künste aus Erlangen nach Berlin. Im Rahmen des Studiums stand er in mehrern Hochschulproduktionen wie zum Beispiel in der Operette Frau Luna (Regie: Peter Lund) auf der Bühne. Im März 2015 feierte er als Schweinchen Didi in der deutschen Erstaufführung von Grimm! an der Neuköllner Oper Premiere. Außerdem war er als Cagelle Hanna in La Cage aux Folles am Hans Otto Theater Potsdam zu sehen. Wer ein schnelles, gutes Auge hat, kann ihn darüber hinaus als Kleindarsteller in diversen Film-, Fernseh- und Werbeproduktionen sehen.

Fast Normal – Next to Normal ist wieder ab heute (8. September) bis einschließlich 17. September zu sehen. Regie führte Torsten Fischer, musikalische Leitung: Harry Ermer.

Auf dem Blog gibt es schon zwei Posts zu dieser Produktion die ihr hier und hier nachlesen könnt.

GRIMM! ist ab dem 21. November wieder in der Neuköllner Oper zu sehen.

Porträt-Foto Dennis Hupka von Diana Kozacek.

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8 more things I’ve learned from Berlin’s Next to Normal

(after re-visiting this production) Read my original 10 things I’ve learned from Berlin’s Next to Normal here: English / Deutsch Here come the new 10 things I’ve learned – in no particular order…..

1. Chemistry between folks is EVERYTHING! I’d rather not comment any further on this one, but boy! This Natalie I saw last Friday (which wasn’t Devi-Ananda Dahm as on opening night, but the other Natalie Sophia Euskirchen) got some serious skills and intensity! And then again – chemistry!

2. Advertising something the right way is so important. You simply cannot imagine how often I heard “Do they sing?” or “Is that with people singing?” or “Wait….that’s a MUSICAL?!”. That might be happening because Ithe Renaissance Theater isn’t normally a place for straight musicals – which also might be the reason the production turned out the way it is. It’s for small-ish revues with songs in them, evenings with songs (“Liederabend”) and it’s for plays with kind of famous-ish actors. The people sitting next to me went home during intermission after he was like “Wait….it’s a Musical!?” right before curtain, probably when he spotted the band. Plus the theatre was half empty on a Friday night.

3. Musical Directing is a serious thing when it comes to a musical. You really should do that. It’s not always “The loudest one wins”.

4. Large groups of middle aged women on some kind of “Ladies’ Night Excursion” are NOT a good idea as audience members. Right after “Just another day” which Diana has her meltdown after juggeling (not literally, though!) all these breakfast supplies including Cornfalkes one of these ladies said – very loud and clear: “And where’s the milk?” And probably thought it was super-mega-funny. And I was like: Is this your problem right now?

5. People grow. Not literally. I mean Dennis Hupka as Gabe was good(man – haha!) on opening night, but now after 1.5 months of performances he owns this. Also Jan-Philipp Rekeszus as Henry was super cool and again….this chemistry with the Nathalie of the night….During “A Promise” I usually am more interested in the story of Diana and Dan, but they made it their story, all about them, the youth, about giving a story a different turn. So: Yay, young people!

6. One thing I’ve come across a lot in my life as a theatre person focussing on musical theatre when talking to people mostly dealing with plays and/or performance only, was them saying: “You know, these actors, singers, whatever – when singing they look not natural. They look like they are just passing various stations they were told. They are weird.” Luckily I think the training of young singers for musical theatre of any kind as somehow evolved in the direction of acknowledging the acting part of musical theatre. Right now in this production of Next to Normal there are two actors with no (not to much) musical theatre background. Guntbert Warns (whom I’ve talked about in the last article…) and Matthias Freihof who is subbing for Felix Martin as Dianas doctors until the end of the week. The funny thing is, that these two usually do all these singers’ cliché poses much more than those who are actually trained singers. 🙂 – on that note: Good job, singers!

7. I realized once again that this whole story/musical itself – at least to me – evolves around a line Dan sings pretty late during the first part: in “You don’t know” he sings Can you tell me what it is you’re afraid of? and btw. I also really LOVE the German version of this line (“Kannst du sagen, was es ist, das dir Angst macht?”). Not being able to talk about things is the key to most of the things dealt with in this show and apparently it is something Nathalie learned at home (not really talking about problems and thoughts, but rather shut people out), which causes all these numbers titled “Hey” in the second act sung by Henry who refuses to be shut out. When this line (“Can you tell me….”) works, when you get the urge to make things kind of alright, when you are touched by this line – the whole production is going to work.

8. I’m still not over most of the things I’ve pointed out right after seeing it on opening night. I still get really worked up about certain things. And by really I mean REALLY!

10 Dinge, die mir die Berliner Next to Normal-Produktion (über mich) beigebracht hat

There’s also an English version of this article which can be found by clicking here – English!

  1. Wenn man Teile der Übersetzung nicht mag und sie deshalb ändert, sollte man sie wirklich zum Besseren ändern. Es ist total okay, wenn man Dinge nicht mag, auch (und vielleicht sogar vor allem) auf diese Übersetzung bezogen – wie ich ja auch schon mehrfach erwähnt hab. Und Änderungen sind auch super – sofern man immer auch die Einwilligung des Originalautors der (deutschen) Textfassung einholt, falls es sehr einschneidende Änderungen sind oder mehr als eine bestimmte Prozentzahl des Texts geändert wird (Urheberrechtsseminare, juhuu!). Andererseits ist es nicht okay, Dinge einfach nur zu ändern, weil man sie ändern möchte – man muss eine wirklich bessere Idee haben. Wenn man sich unsicher ist, ob die Idee wirklich besser ist, kann man den_die Dramaturg_in fragen.
  1. Man kann demselben Regisseur in einigen Punkten sehr zustimmen und in anderen Punkten so sehr anderer Meinung sein. Okay, das hab ich vorher gewusst – es wäre verstörend, wenn nicht, aber kaum eine (Musical)Produktion in den letzten Jahren hat mir das so deutlich gezeigt. Als ich vor knapp zwei Jahren nach Fürth gefahren bin, um mir damals die erste deutschsprachige Produktion von Next to Normal anzusehen, war ich irgendwie enttäuscht davon, wie Gabe in dieser Inszenierung zu sehen war. Für mich ist Gabe nicht der coole, liebenswerte Traumsohn. Für mich ist er böse. Sehr, sehr böse. Ich meine, wenn Diana ihre Familie verlässt, wendet er sich – als Figur jedenfalls, was das psychologisch für eine Art Traumaübertragung ist, ist eine ganz andere Geschichte – Dan zu. Wenn ich eine Produktion von Next to Normal betreuen müsste….nun gut. Thorsten Fischer, der Regisseur der Berliner Inszenierung, stellt hier Gabe wenigstens irgendwie diabolisch, ambivalent und ja, auch böse, zorning und manchmal geradezu bockig vor – was ich sehr mochte. Viele andere Dinge aber, haben mich sehr geärgert, was mich zum nächsten Punkt bringt….
  1. Kümmere dich um deine (Schau-)Spieler. Wer glaubt an einen seltsamen Zufall, dass fast keine Kritik (keine, die ich gelesen hab, jedenfalls…) über Guntbert Warns schreibt? Die Menschen, die in Berlin über Musical schreiben, scheinen einen stillen Pakt geschlossen zu haben und zu versuchen, negative Stimmen über bestimmte Mitglieder der Besetzung zu vermeiden. Das tue ich auch, es gibt mir verhältnismäßig wenig, zu schreiben: DU BIST SCHLEEEEEEEEEECHT! Allerdings: Es ist schlecht. Als ich neulich erst wieder die Broadway-Aufnahme des Stücks gehört hab, ist mir einmal mehr aufgefallen, was für eine musikalisch schöne und (NATÜRLICH!) bedeutungsvolle Partie Dan ist. Herr Warns bringt es da – leider – einfach nicht. Es wird ziemlich viel gesprochen, parlando oder rezitativisch fällt einem da zuerst ein, wenn man über seinen Gesang nachdenkt, und dann leider nur noch schlechter Gesang, was die Inszenierungen auf verschiedene Arten unterwandert. Ich habe irgendwann angefangen, das Musical Next to Normal in seinem Genre anzuzweifeln (so weit muss es erst einmal kommen!): Warum singt jemand, wenn er offensichtlich sehr viel besser sprechen kann? Wie „unnatürlich“ ist denn Musiktheater bitte? Und zumindest in der Premiere hat er für mich so unsicher und ‚unbehaglich’ (das ist ein doofes Wort, aber im englischen Original des Artikels steht uncomfortable, das ist es) gewirkt, dass ich mich wirklich gefragt habe, warum Diana Dan nicht schon viel früher verlässt. Wie auch immer, ich möchte jetzt hier nicht über Guntbert Warns ablästern oder ihn ‚mobben’. Es ist nämlich nicht seine Schuld, dass er für eine Rolle besetzt wurde, die er (stimmlich) nicht erfüllen kann. Der Regisseur und das Creative Team haben ihn besetzt. Ich glaube wirklich daran, dass man sich als Creative Team nicht nur um die Inszenierung kümmern muss, sondern auch um die (Schau-)Spieler. Und manchmal muss man sie beschützen.
  1. Wenn man ein Musical inszeniert/in den Spielplan nimmt, sag nicht, es sei ein „Schauspiel mit Musik“. Einfach nein. Vor allem nicht mit einem Stück wie Next to Normal. Und das merkt man, wenn man dem Score einmal richtig zuhört: Musik und Handlung und Dianas Geisteszustand sind hier musikalisch so sehr verschmolzen, dass es nicht mehr lustig ist. Und die E-Gitarre bei „Wish I was here“ / „Wär ich nur da“ ist da nur der Anfang….Spiel und Musik sind hier ungefähr so verstrickt wie Text und Musik bei Cole Porter Songs. Deshalb sind die auch so eine Bitch zu übersetzen. Aber das ist eine andere Geschichte.
  1. Ähnlich wie Nr. 4: Nur weil man einen Song nicht mag, heißt das nicht, dass man da durchhuschen muss („Song of Forgetting“ / „Lied vom Vergessen“, von dir rede ich – wann genau denkt Diana da nach und gräbt nach ihren Erinnerungen?)
  1. Angenommen man trifft eine künstlerische Entscheidung. Angenommen man mag das optimistische, ‚helle’ Ende nicht, das durch „Light“ / „Licht“ nahegelegt wird. Wie großartig wäre es dann zu dieser Entscheidung zu stehen? Die Spieler eine seltsame und …. unpassende Pose einnehmen zu lassen (so eine seltsame Pärchen-Pose, in der sie sich mit dem Rücken gegen seine Vorderseite lehnt und sich in seine Arme drapiert, ist doch unangebracht für eine Vater-Tochter-Kombo, oder?), dann Black für bestimmt 5 bis 10 Sekunden, alle klatschen, denken es ist zu Ende (weil: so wurde die Pause auch schon eingeläutet, plötzliches Black), dann geht das Licht wieder an und „Licht“ wird gesungen als eine Art Epilog. Was ist das? Brecht im Sinne von „Haha, wir können uns von uns selbst distanzieren?“, ein Hinweis, dass das alles „nur Theater“ ist? Das Ende vor dem Black war stark und berührend und verstörend und fast schon ein fieser Tritt in die Magengegend und dann – BOOM – haha, nur Spaß oder was? Ich bin mir verhältnismäßig sicher, man hätte vielleicht mit den Rechteinhabern eine Lösung finden können und dann hätte die (wahrscheinlich) ursprüngliche Idee auch so stattfinden können….obwohl….nun ja…..
  1. Wenn man besetzt, sollte man darüber nachdenken, wie die Stimmen mit einander harmonieren bzw. sich mischen. Bei manchen Entscheidungen hier denkt man WTF (s. Nr. 3) und bei anderen fragte man sich nur WARUM diese KOMBINATION? (wir machen keine one-(wo)man-show, auch nicht zwei, drei parallel, auch kein Sing-Off, sondern Theater!)
  1. Diana ist keine besonders stabile Person. Dass sie die Zeile „Bin kein Soziopath“ singt, weißt – jedenfalls für mich – darauf hin, dass sie eigentlich einer ist. Sie hat Probleme damit, das Verhalten anderer zu analysieren und entsprechend darauf zu reagieren – das lernen wir schon ganz am Anfang bei ihrem ersten Dialog mit Nathalie und eigentlich das ganze „Wie an jedem Tag“ hindurch. Sie liest ziemlich viel von dem Verhalten anderer als Sex-Anspielungen („Mein Arzt, die Psychopharmaka und ich“….) und meiner Meinung nach sind diese „Witze“, die daraus entstehen, sehr viel kraftvoller und verstörender, wenn man als Zuschauer das Verhalten des Arztes als vieles, aber keinesfalls als sexuell lesen kann. Weil es dann nicht nur so ist, dass man sich als Zuschauer freut, dass der Sex-Witz jetzt ENDLICH durchs Ziel gelaufen ist, nachdem man ihn schon eine Minute lang hat kommen sehen (that’s what she said, Lisanne!).
  1. Nichts wirklich Neues: Ich MUSS einfach mit Musicals arbeiten, wenn ich mal eine wirklich ausgewachsene Dramaturgin bin. Musical hat die Kraft mich ewig zu beschäftigen. Und auch die Inszenierungen selbiger. Vor allem die. (Mag mich jemand einstellen?….kleiner Scherz….)
  1. Nichts wirklich Neues Teil 2, aber es hat mich dennoch mal wieder richtig erwischt: Ich kann so aufgeregt sein FÜR andere Menschen. Für mich selbst so lala, aber für andere ALL THE WAY. Ich war ein Wrack.

10 Things I learned (about me) while seeing the Berlin production of Next to Normal

There’s a German version of this article avaliable which you can find by clicking here – German!

  1. If you don’t like certain parts of a translation and you change these parts make sure you really change them for the better. Not liking things is totally fine, especially with this translation as I pointed out on more than one occasion. Changing things is totally fine, too, as long as you are checking back with the original translator (at least in case these changes are very crucial and/or cover more than a certain percentage of the text). On the other hand – what isn’t fine is changing things for the sake of changing it. If you cannot come up with a better idea then stick to what the translator gave you. When in doubt: Ask the dramaturg for opinion.
  1. You can totally agree with a director in some things and totally disagree on others. Okay, that one I knew before – I’m gonna be a dramaturg eventually. But I think few productions over the past years have made this as clear to me as this one. When I went South to see the first German production of Next to Normal almost two years ago now I remember being a little bit frustrated with the way this production introduced Gabe as the cool, lovely and just overall nice son. To me he isn’t. He is evil. Really, really evil. I mean: When Diana leaves Dan and Nathalie he turns to them instead. If I had to work on a production myself, there would be…..anyway. Thorsten Fischer, the director of the Berlin production, made Gabe at least kind of evil for the most parts – which I was a big fan of. For so many other things though I couldn’t agree less. Which brings me to…
  1. You have to take care of your actors. Do you think it’s a weird coincidence that Guntbert Warns who plays Dan isn’t talked about in pretty much ALL the reviews (at least the ones I read)? Berlin reviewers and German musical blogs seem to hesitate to say something negative. However I do, too. But: It’s bad. Listening to the Broadway recording especially shows how beautiful and meaningful Dan’s part is music-wise. Mr. Warns really isn’t cutting it. There’s a lot of speaking and things that loosely resemble parlando or recitative forms and then bad singing. Which undermines this production in so many ways. I was constantly reminded how weird and not “natural” musical theatre is as a genre itself: Why does someone sing when he is obviously SO MUCH BETTER at speaking? Also: My thoughts are with those who have to harmonize with him every night (especially Gabe and Henry, my thoughts are with you, boys!) At least on opening night he also looked so uncomfortable and all I kept thinking was: Why doesn’t Diana walk out on him WAY earlier? However I don’t want to “bully” Mr. Warns. It isn’t his fault he was cast. The director and the creative team cast him. And I really think as members of a creative team you not only have to take care of the production, but also of the actors involved. And sometimes you have to protect them.
  1. If you are producing/directing a musical don’t treat it as a “play with music”. Just don’t. Especially a piece like Next to Normal. Have you listened to the score? You then might have noticed that the music is so tightly knit together with the words and the plot and Diana’s mental state it’s not funny anymore.
  1. On a similar note as 4 is: Just because I don’t like a song it’s not okay to rush through it (“Song of Forgetting” / “Lied vom Vergessen”, I’m talking about you!)
  1. Let’s say you make a creative decision. Let’s say you don’t like the optimistic ending “Light” / “Licht” suggests. How wonderful would it be to just stick to this decision? Making your actors do a weird and inappropriate pose in the end (what is this couple-y she leans backwards into his front-pose between Dan and Nathalie anyway?), then black the scene out, have a solid 5 to 10 second black, everyone is clapping and then having the lights go on again and “Light” starts as some kind of epilogue. How weird is that? We’ve just witnessed a very tense and thrilling ‘ending’ and then – BOOM – just kidding or what? I’m pretty sure you could have just asked those who represent the writers/”own” the rights and then you might had been able to stick to your initial idea.
  1. If you cast people think about how voices sound with each other. With some casting decisions in this production you just are like WTF (see No. 3) and with others you are like WHY?
  1. Diana is not a very stable person. Her singing “I’m no sociopath” hints – at least to me – to her actually being one. She has troubles reading and reacting to people’s behavior (the very first dialogue between Nathalie and her, basically the whole “Just another day”). And she makes a lot of sex jokes (“My Psychopharmacologist and I”….) in my opinion these ‘jokes’ are a lot more powerful and disturbing when you don’t see Dr. Fine act as if he could mean it in a sexy way. Because then it’s not just everyone cheering for the sex-joke to FINALLY cross the finish line after you’ve seen it coming for about a minute.
  1. I REALLY want to work on musicals when I’m a really grown up dramaturg. It totally has the power to have me worked up for days. It really has. (Anyone wanna hire me? – joking….)
  1. Nothing new but this hit me with all its power: I can be so excited and nervous for other people. I really can. I was a nervous wreck.

 

Music Monday … “Raq Od Yom”

Okay, this title sounds like I’ve found something nobody knows.

It isn’t like this. Sadly. The song I chose for my “return of Theaterkind”-edition of Music Monday is a song probably every musical theatre person knows – it’s “Just Another Day” from Next to Normal. In a language that may sound weird or unusual for most people: Hebrew. The (quite illegal) clip I have found is from the biggest and probably most prestigious theatre in Israel – the HaBima Theatre in Tel Aviv, which by the way is quite a sight from the outside alone.

As posts from the beginning of this blog, from before it was a musical theatre blog, suggest Hebrew is my third language (well….technically my fith, Latin and my all-forgotten knowledge of French don’t count) – and that’s part of why I like this version.

It sounds unusual and unknown and special – in my opinion.

What do you think?
Do you have any favourites in unusual languages? I’d be delighted to read about them in the comments or on my facebook page!

Happy Monday!

Valentine’s Day Favourites

Since today is Feb 14th and that means Valentine’s Day I thought I’d do something valentin-y. (Although I might as well can call me Queen of Being Single and that pretty much sums up what I think of Valentine’s Day)

But: Most pieces of musical theatre are full of love and drama and all that jazz. So why not write about my top 5 couples in musical theatre? This time they come in a “Top 5”-kind of order.

5) Penelope and Ulisse (Il Ritorno d’Ulisse in Patria, Monteverdi)
Okay, I have a soft spot for love stories that include one of them having been absent for quite some time. And I like the music. The only production of       that I ever saw was the Komische Oper Berlin production (which in my opinion is the best of the three Monteverdi productions they’ve done two years ago) included one of my favourite baritones as Ulisse and he was amazing and it was so sad – and I mean how weird is it that you finally give in to marry some other guy and then a totaly new one comes a long, kills all of them and wants you to marry him and you don’t recognize him and then your maid has to tell you that he actually already is your husband? 😉 Nice story though.

4) Lucille and Leo Frank (Parade, Jason Robert Brown)
First of all, I love Parade‘s music anyway. Regardless the plot. And I’ve never seen a production of it nor read the script – so my judgement of the love story is only based on the music. But: This is not over yet is one of the most beautiful songs being primarily about something else but also expressing so much love I’ve ever heard. I love how in the beginning they seem to have their struggles and these are present throughout the music, but when Leo is imprisioned Lucille decides to stand up for him and do things. And: How sad is it that they somehow finally find their ‘real’ love and she makes the authorities to move him to another prison and then he suddenly gets killed? I mean…..really?

3) Diana and Dan Goodman (Next to Normal, Brian Yorkey/Tom Kitt)
This is a little weird. What we whitness when seeing/listening to Next to Normal is a marriage that already has last for almost 20 years, the birth of their first child kind of made them marry in the first place. Their child died and they – let’s be honest here – were stuck with each other. And now we see this disfunctional family with this ‘crazy’ mother, this ‘crazy’ daughter and – yes! – the ‘crazy’ father. Each in a very different way. But still Dan cares for her. He wants her to be good (maybe because that’s the reason he will be fine in the end, as long as he has her to care about he doesn’t have to face his own not-being-okay). All the way through the plot Dan seems to be the one doing so many things wrong. Making her undergo this ETC treatment, making her take the pills and in the end she leaves him to finally become ‘healthier’ again. And he is alone with his problems. In my opinion the ‘real’ love story with these two starts when the musical ends. Because….you never know, right?

2) Leonore & Florestan (Fidelio, Ludwig van Beethoven)
My love for Fidelio (or at least the 1805-version also known as Leonore) is pretty unconditional. I love the music, I love the Gender-aspect of it and the lovers’-duet “Namenlose Freude” in the end shows some kind of love that made her take all these ‘un-women-ishy’ things she has done during the opera. Of course this is not very emanzipated (a woman doing things only to be reunited with her man so they can be ‘complete’ again) – but we’re talking about 1805 – 1812, folks. And it’s a littly fluff. Although the almost three hours before “Namenlose Freude” are a little bit angsty and she’s confronted with so many things that she thinks she won’t be able to cope with and still she does. Go, Leonore!

1) Guy and Girl (Once, Enda Walsh)
Okay – this was the love story I totally cried my eyes out about when I saw it on Broadway last fall. They meet, they obviously fall in love with each other and she lets him go just because she thinks the ex-girlfriend is the best thing for him. She helps him getting out of a pretty dark place and not only lets hime go, but MAKES him go in the end. I mean how sad is that? And he – he totally accepts the way she doen’t seem to want to be with him and leaves. It’s just so sad. Let’s just read the saddest lines of the piece together, okay?

GUY: So what’s Czech for, “Do you still love him?”
(A pause)
GIRL: Ty ho este milujes?
GUY: So … Ty ho este milujes?
GIRL: Miluji tebe.
(We read “I love you” in the surtitles.)
GUY: What does that mean?
(She looks up above them)
GIRL: It looks like rain.

(Enda Walsh, Once, New York 2012)

I mean – really?

As you might have noticed I’m more a lover of complicated, not so typical lovestories (although I have the strong feeling that Francesca and Robert from The Bridges of Madison County will be on top of this list once I saw it…). After all that is what makes good stories, right?

So, my dear readers who have a valentine to spend today with, do so. I’ll spend it with work and after all that’s my valentine anyway. 🙂

My Week #13, Oct 28st – Nov 3rd.

what I saw
I went to see “Cosí fan tutte III” at the Tischlerei of Deutsche Oper Berlin. After my two nights of working in a row I was so tired and I had a headache and my car was parked somewhere where they’d start a construction at 10pm (and sometimes they even tow cars on Sunday nights…) and I so didn’t like it. I went home at intermission for the first time of my life!

what I read    
dance studies stuff. as always. And some things about Next to Normal for the concept I need to write.

what I listened to
Next to Normal. Next to Normal. First Dat. Next to Normal. 35 MM by Ryan Scott Oliver. Some weird people singing at a karaoke bar.

what I bought 
stuff for my mother’s advent calender. greens.

what I did  
Work, uni, more work and I worked out. I went to my new favourite place to eat out twice, once on my own and the second time on a salad-date with my sister. I met friends at a karaoke bar which was my first ever karaoke experience, a friend of mine and I did sing “For good” from Wicked and accidentally that happenend on the 10th anniversary of Wicked on Broadway!
And I created a Facebook-Page for this blog! So if you want to know the latest stuff and some quick news-updates head over there and click “like”!

where I travelled
Berlin, by bike.

Next to Normal in Germany

Two weeks after returning from the US I left home again for another theatrical adventure. We drove about 450 km down South to what I consider to be Bavaria (I learned some people call it Franken), to Fürth to be exact. Fürth is a small town extremely close to Nuremberg and Erlangen and their local theatre dove “head first into fate” by producing the German premiere of Next to Normal.

Speaking of Next to Normal: I’ve always admired the music, it goes so well with the story which is so much different from most of the things we get to see on musical theatre stages. I got the recording right when it came out and I’ve always wanted to see the play itself. So Fürth was kind of my chance. And then they also assembled a cast I was beyond excited about. Both of the women I’ve seen serveral times on stage and I loved the thought of Pia Douwes playing Diana from the start, while I was kind of sceptical about Sabrina Weckerlin as Natalie – since she’s already in her mid-twenties and I’ve never been too amazed by her acting (her voice is great, no question, but everytime I saw her perform I ended up being like: I KNOW she can act but somehow she never has to because either the directors aren’t that clear about what they wanted her to do or it was some kind of laziness…okay, that was mean.). I also saw Dirk Johnston who played Gabe perform in the show every class of UdK (Universität der Künste/University of Arts)-graduates in Musical/Show puts together and he’d already recorded two songs from Next to Normal translated into German. I also knew Thomas Borchert (Dan) as a performer so the only ones left unknown were Dominik Hees (Henry) and Ramin Dustdar (Dr. Madden).

Staging-wise I was almost 100% sure that it would be a not that original production (and I was right, I have a strange feeling it copied most of the staging and staging-ideas from the Broadway production, it even has the same set, only a lot smaller and fitted exactly onto that stage) in some points it worked well, in some it didn’t – at least in my point. There were so many hits showing a very specific way of reading the material, but in my opinion they were too few to actually be a way of reading the material. If you know what I mean.

For example there were some moments in which Gabe gives things to people (his mother and sister in particular) that might actually destroy them or the things around them (Natalie only ‘finds’ her mother’s pills after Gabe put them in front of her…) but I have a strange feeling this thought wasn’t taken as far as it could have been.

Anyway, I wasn’t there to see a brilliant production, I was there because I really wanted to see this cast and I was too curious about the translation by Titus Hoffmann (who was also the director). I am very picky about translations and I have to say as sad (and funny at the same time) as some things (aka mishaps…) in this translation are it has its great lines. One of my favourite lines is the translation of “Can you tell me, what it is you’re afraid of” (Dan in “I am the one”) into “Kannst du sagen, was es ist, dass dir Angst macht” (“Can you tell me, what it is you are fearing”), I think what Diana is experiencing is in deed fear. And “Angst” is actually a word that sounds very much like what it means. Note: If you’re a regular visitor to my blog you might already know that I’m weird…

As far as the mishaps are concerned I won’t get started. The funniest moment is in fact during “I am the one” right when Dan reaches the end of his arguments and he bursts into singing-shouting “Oh YEAH YEAH” and I’m not even sure about how ridiculous that is in English but I’m pretty sure it’s the most ridiculous things of the ridiculous in German. I actually had to laugh in the auditorium. And I couln’d stop. It was very sad, because it’s one of my favourite songs. For a really sad one….no, I won’t even get into writing about the translation of “Superboy and the invisible girl”. No. NO!

But, let’s talk about the performers. Sadly the men didn’t really catch me, no. I don’t know if he was ill or this throat was sore, but Mr. Johnston had to do some scary things with his voice in both shows I saw making him sound like he has no body at all. He really didn’t sound like I remembered his voice – but he did some acrobatics with/on/around a pole connecting the two floors of the set and he did that well, I have to give him that. You didn’t see that much of Ramin Dustdar, his Dr. Fine with a huge viennese accent was quite funny. I liked Dominik Hees’ portray of Henry and I like Henry as a character (can I have a Henry, please?). Thinking about Thomas Borchert as Dan (“Oh YEAH YEAH!”) I come to the conclusion that I really, really liked his acting. Especially in the last third of the show when everything is really concentrated on the acting (no light-effects, almost no colours….) I realized how much of a strong actor he is.

Now….the ladies. Pia Douwes might have shown me the strongest performance of a female actor in musical theatre I saw this year (the male one HAS to be Norbert Leo Butz. Like…there’s not even room for discussion). Her Diana is so fragile and over the top and strong at the same time, she’s clueless and over-reacting and Mrs. Douwes voice gives a very specific tone to all of these characteristics. Right in the beginning she just takes you along with her on Diana’s journey through the plot. From what I saw in videos her Diana thinks kind of more clearly than Alice Ripley’s and some might say: A clear Diana, really? And then I say: How much scarier is that when you see someone seeming to be so clear in her head and then doing these strange things? Because, yes, she does strange things and they develop from a – what seems to be – clear state of mind. Regarding her singing: I’m still a little speechless after two weeks… (I’m very looking forward to the recording, they announced a live recording of that production shortly after my visit.) I still can’t get over how intense that performance was. By the way the same applies to the performance of her ‘daughter’ portrayed by Sabrina Weckerlin. She definitely can play funny (we learned that there) and sad and crazy but most of all: She can act! Yay! I was proven right! And I especially liked the chemistry between those to ladies – and their voices. They both have very strong voices, of course, and very special, unmistakable ones – but very different from each other. That being said they didn’t mix well, the didn’t blend in together that much – a thing that many people might dislike but for Diana and Natalie I loved that. Those two characters are so alike and so different from each other at the same time it is actually great that the actresses can sing together and not together at the same time. (if that makes any sense at all)

Now two weeks after my visit I love that Next to Normal was brought to Germany with that kind of a kick-off-production and it even was reviewed on the very serious German theatre critic website Nachtkritik, which mostly reviews straight plays only. For any musical theatre expert media I am very excited for the review in the German musical theatre magazine musicals. But while I’m waiting for that I’ll read the libretto and the score for my dramaturgical concept of a piece of my choice for my admission exam in dramaturgy in musical theatre.

Have you ever seen any production of Next to Normal, maybe even the one in Fürth? I would be very happy if you shared your thoughts!

I do have a good excuse!

I do have a good excuse!

The last three have been quite a tour de force! All I did was working and working and riding my bike to and from work and I had not time to write about my weekend away seeing Next to Normal in German. But I’m still there and this picture is kind of a teaser to what will be soon up: A nerd’s guide to NYC! 🙂

My Week #11 Oct 14th – 20th.

what I saw
finally the last episode of Downton Abbey‘s third season. And I started the 4th and I’m finally “back on track”.
the German premiere of Next to Normal. Twice. It was not AMAZING but quite close to that!

what I read    
magazines. sheet music. news.

what I listened to
I assembled a favourites of Oct 2013 playlist including loads of my current (Broadway-)highlights which I listened to on our car ride to Fürth. On the way back we listened to many different songs performend by Pia Douwes who is the German Diana from Next to Normal and to the great OBC of the same musical.

what I bought 
avocados, greens. And a new hat. Something I can wear without destrying my hair-dos. And a new coat in Nuremberg, I needed that.

what I did  
still de-jetlaggin’. Had my first day with my new class mates of dance studies. Worked.

where I travelled
Fürth, Bavaria. To see Next to Normal.