Broadway

#MusicMonday … The Choices We Make

Ok, jetzt mal ehrlich: Wer kennt diese Situation, wenn man einen Ohrwurm hat, zwei bis vier Takte, der einen RICHTIG nervös macht, weil man weder weiß, wie es nach besagten zwei Takten weiter geht, noch den Text gut genug kennt, um von den Wörtern auf den Inhalt zu schließen und von dem wiederum auf die Herkunft oder den Titel des Liedes.

Vergangene Woche traf mich genau so einer wieder – vielleicht war es die Strafe für den lauten und sehr raumgreifenden “She works hard for the money”-Ohrwurm, der mich zum Leidwesen (und der Unterhaltung) meiner Kolleg_innen neulich im Büro heimsuchte. Ich hatte also einen typischen Fall von meinem eigenen Chor im Ohr, mit latent pathetischer Melodieführung (I LOVE me some pathetische Melodieführung from time to time)

Drei Tage später habe ich dann abends durch meine Apple Music Bibliothek – die, wenn wir ehrlich sind, nur aus Showtunes besteht – gescrollt auf der Suche einem Song, der auf meinen Ohrwurm passen könnte. Besonders lang war’s nicht her, dass ich es gehört hatte, es ist kein altes Stück. Durch die #pathetischemelodieführung konnte es quasi nur ein Finale oder zumindest ein Finale 1. Akt sein. Und BOOM plötzlich wusste ich’s: Es ist “The Choices We Make” aus dem Musical A Bronx Tale, das sich überraschenderweise schon relativ lange am Broadway hält, obwohl es bei sämtlichen Awards fast ausnahmslos ignoriert wurde.

Ich finde, das Reinhören lohnt sich – und nicht nur für die letzten Song.

Der Ohrwurm ist seitdem übrigens weg.

 

Advertisements

#MusicMonday … Journey to the Past

Als ich gesten die erste Episode des Broadway.com-Vlogs von Christy Altomare in der Musicalfassung von Anastasia sah, erinnerte ich mich daran, wie gern ich den Animationsfilm aus den 90ern mag und als Kind mochte. Aber noch lieber erinnere ich mich daran, wie ich vor knapp vier Jahren (!) zum ersten Mal im 54below in New York saß, leicht angetrunken vom Weißwein und meine Mutter und ich einen Tisch mit einem extrem charmanten schwulen (Ehe-)Paar teilten. Es gab das Anniversary-Konzert des Duos Lynn Ahrens und Stephen Flaherty, es sangen LaChanze und Stephanie J. Block und Norm Lewis und ich war weggeblasen. Das war übrigens auch der Moment, in dem ich mich in den Sound von Ragtime verliebte – aber das ist hier nebensächlich.

Eigentlich geht es nämlich um etwas anderes und zwar um Liz Callaway, die also vor uns auf der Bühne stand (wir saßen nicht besonders weit weg), die 22-jährige Lisanne davor (wir erinnern uns: leicht angetrunken…) und dann singt sie, die amerikanische Originalstimme aus dem Film, dieses Lied. Ich war sehr berührt und weggeblasen und das Paar mit uns am Tisch verdrückte ein paar Tränchen, was mich noch mehr rührte. Aber es ist auch einfach immer noch einfach so gut.
Und irgendwie hat man manchmal einfach das Gefühl, etwas besonderes erlebt zu haben – auch wenn es nur ist, wie Liz Callaway im 54below “Journey to the Past” singt.

Oder?

#MusicMonday … Me and the Sky

Guten Morgen,

nachdem ich letzte Woche einfach nur zu müde war, um am Freitag einen thematischen/inhaltlichen Post zu veröffentlichen, gibt es nun einfach einen neuen MusicMonday.

Und auch diese Woche etwas aus einem großen Broadway-Hit, because that’s my JAM at the moment. Jenn Colella hat mich mit diesem Lied mehrfach einfach zu Tränen gerührt, sodass ich wie your ordinary crazy lady heulend vor meinem Computer saß.

Noch spannender als ihre Performance finde ich allerdings, dass “Me and the Sky” die einzige richtige Solonummer aus Come from Away ist, das sich extrem energetisch und quasi als “Feel-Good-Musical” (so komisch das klingt) mit den Auswirkungen von 9/11 auf den internationalen Flugverkehr um dieses Datum herum beschäftigt. Nennt mich pathetisch, aber irgendwie mag ich es, wenn Stücke, die sich derartig mit Gemeinschaft auseinandersetzen und quasi Zusammenhalten promoten, dann auch Ensemblestücke sind, wo die spielerische Gemeinschaft geradezu die Energie hervorbringt, die dann zu einer Faszination wird.

Was hört ihr heute?

#MusicMonday … Good for you

Ich bin momentan nicht besonders off-anything. Oder gar off-off. Momentan müssen die großen Produktionen musikalisch ran, um mich ‘über Wasser zu halten’. Also heute nun Dear Evan Hansen.

Wenn ich mich mit like-minded Musicalmenschen unterhalte, kann ich mich häufig dann nicht entscheiden, was ich UNBEDINGT MAL WIEDER HÖREN MUSS.

So war das auch am Samstag, als ich bei einer Einweihungsfeier auf Menschen traf und ein Kommentar zum nächsten führte und plötzlich gab’s ein Gespräch über “Waving through a window”. Ich sagte “Aber dieses andere Lied ist eigentlich noch viel krasser!” und mir fiel aber ums Verrecken der Titel nicht ein. Auf dem Nachhauseweg dann natürlich schon – und deshalb MUSS “Good for you” mit der grandiosen Performance von Rachel Bay Jones heute einfach meine Montagsmusik sein.

Was hört ihr zum Wochenanfang?

 

Links zum Wochenende

The Musical Edit

Lesen – Hören – Ansehen

Ich wünschte, ich könnte schreiben “So langsam nimmt die Theaterwelt in Deutschland wieder Fahrt auf”, aber ehrlich gesagt sind die allermeisten Theater noch in den Ferien, sogar ‘meine beiden’ (die, zu denen das Ensemble gehört, für das ich arbeite) urlauben offiziell noch, nur wir haben schon die erste Woche der neuen Spielzeit hinter uns gebracht.

Wie dem auch sei…in dieser Woche habe ich tatsächlich einmal ein ganz normales Wochenende wie Menschen mit ‘normalen’ Jobs – nämlich Samstag und Sonntag frei. Und was läge da näher als einmal ein paar Dinge zusammenzuschreiben, die ich – theatral und untheatral – in den nächsten zwei Tagen on the internet so vor habe?

Zuerst muss ich glaub ich mal meine feminist vibes aufladen. Ich bin ein großer Fan der Arbeit von Victoria und Danielle (und ihren Kolleginnen) auf www.theintervalny.com, dem wie sie es selbst nennen “Smart girl’s guide to theatricality”. Dort findet man immer irgendein Interview mit mindestens einer spannenden Bühnenpersönlichkeit, die einen gerade extrem interessiert – zudem stellen sie häufig mit einer ganz besonderen Zielgenauigkeit Fragen nach Geschlechtergleichheit (gender parity) im Theater, den so genannten Glass Curtains und Vorbildern. Auf meiner Leseliste steht derzeit zum Beispiel das mit Jenn Collela ganz oben, die mich immer noch regelmäßig mit “Me and the Sky” auf der Broadway-Aufnahme von Come From Away zum Weinen bringt.

Neulich fragte mich zudem ein Freund, ob ich 36 Questions kennen würde, das Podcast-Musical. Ich kannte es nicht, ich habe es aber gleich einmal abonniert und nun warten die Episoden auf meinem Telefon geduldig darauf, angehört zu werden. Da das Wetter auch hier in Wiesbaden (das man angeblich auch das “Nizza des Nordens” nennt, Kurstadt, heiße Quellen und so…) eher herbstlich und verregnet ist, gibt es doch kaum eine bessere Vorstellung als Podcasts anhören und stricken oder putzen. Aber eigentlich eher stricken. 🙂

Letzten Sonntag habe ich durch Zufall einen (ein? eine?) Bootleg von Natasha, Pierre & the Great Comet on 1812 auf Youtube gefunden. Ich habe NATÜRLICH draufgeklickt, mir dann aber gedacht, dass ich – sollte ich in den Genuss dieser Show live kommen – die Magie dann eben tatsächlich dort zum ersten Mal erleben will, um mich dort eben in diesem Moment ent- und verführen zu lassen. Allerdings wurde ja im Laufe der Woche die Schließung der Show im September angekündigt und da meine nächste New York Reise (hoffenlich) “erst” im März 2018 statt finden wird, werde ich es verpassen müssen, leider. Also stellt sich mir jetzt nur noch die Frage: erst den/die/das Bootleg angucken und dnan hartcore Krieg und Frieden lesen oder andersrum?

Was habt ihr vor am Wochenende? Musikhören? Lesen? Vielleicht geht ihr ins Theater und gucke eine der vielen Open-Air-Vorstellungen an, die gerade noch überall laufen?

 

 

#MusicMonday … Letters

Eine neue Woche, ein neuer #MusicMonday!

Meine derzeitig Begeisterung für “Natasha, Pierre & the Great Comet of 1812” ist spätestens nach meinem Artikel vor anderthalb Wochen kein Geheimnis mehr. Die Casting-Stunts und das damit verbundene Drama machen mich ein bisschen besorgt, dass – sollte ich tatsächlich im März mal wieder nach New York kommen – ich das Stück schon nicht mehr zu sehen bekommen werde. (und wer dieses ganze Drama verpasst hat, der mein lieber Niklas hat dazu bei Kulturpoebel einen Kommentar geschrieben)

Wie dem auch sei, lustigerweise habe ich meinen erste Zugang zu diesem Stück nicht durch das humoristische Opening (ich erzählte davon…), sondern durch einen weniger lustigen, dafür dramatischen Song gefunden, der während der Zugfahrt von Wiesbaden nach Berlin zu Beginn meines Urlaubs in ENDLOSSCHLEIFE lief, die Rede ist von “Letters”.

Abgesehen davon, dass ich Briefe privat auch ganz toll finde (auch wenn man sich manchmal vor dem Lesen drückt…), leistet dieser Song einmal mehr ganze Arbeit, die vielen verschiedenen Figuren miteinander zu verknüpfen, jeder ihren Raum zu geben und die richtigen dramatischen Spitzen zu setzen.

Was mich am meisten berührt: “Dear Andrey….what more can I write after all that has happened?” (vor allem die Pause, die für das, was das Metrum wie auch alles Vorangegangene erwarten lassen, unendlich lang ist, dass es schon fast plakativ ist)

Das größte Ohrwurm-Potenzial dieses Songs: “Natalie, Natalie, Natalie, I must love you or die” (ich geb’s zu, ich bin Freundin von latent fatalistischen Lyrics)

Ich wünsche euch allen ein gutes Hören und gut gespitzte Ohren in der neuen Woche!

#FavouriteFriday – Musikimport

Natasha, Pierre & the Great Comet of 1812

Wenn ich meinen Soundtrack des Sommers beschreiben müsste, würde ich sagen: Natasha, Pierre & the Great Comet, Hunchback of Notre-Dame und Georgia Stitt gewürzt mit einer großen Prise Dear Evan Hansen und “One Day” aus Groundhog Day.

Ich habe mich während der Off-Broadway-Spielzeit nicht besonders für Natasha, Pierre & the Great Comet of 1812 interessiert – zum großen Teil, weil ich einfach nicht wusste, was sich hinter diesem Titel verbrigt. (Schuldig im Sinne der Anklage!) Und dann hat’s mich auf meiner Fahrt aus Wiesbaden nach Berlin einfach eingeholt.

Wenn ich ganz ehrlich bin, gewinnt der Score schon in dem Moment, in dem man mir als erste gesungene Worte des Stücks “There’s a war going on out there somewhere – and Andrej isn’t here” präsentiert. Like: Ok, I don’t know anything about Andrej, but apparently he isn’t here” – das ist schon wieder ganz mein Humor. Was sich im Anschluss an diese Zeile entfaltet, ist quasi eine Tolstoi-Extravaganza: Es wird Krieg und Frieden, das Monster-Werk der russischen Literatur, verhandelt (“It’s a complicated Russian novel, everyone has got nine different names” – auch hier wieder: mein Humor). Es wird viel gelitten, euphorisch geliebt und dramatisch intrigiert.

Neulich habe ich in diesem Artikel in der New York Times gelesen, dass The Great Comet eindeutig auf der Bühne besser sei als auf CD, und das glaube ich tatsächlich auch – zumal ich vergangenen Sommer Rachel Chavkin’s Inszenierung Hadestown am New York Theatre Workshop habe sehen können und ihre Arbeiten anscheinend gern die traditionelle Trennung von Bühnen- und Zuschauerraum auflösen. Wenn ich mir jetzt quasi versuche, Hadestown in den Dimensionen des Imperial Theatre mit weniger antik-griechischem, dafür mehr 19. Jahrhundert-russischem Drama vorzustellen – HALLELUJA, YES PLEASE!

Dennoch finde ich die CD auch ohne Bühnenspektakel ganz ganz großartig, man kann sie tatsächlich auch gut beim Sport hören (und wenn wir Showtunes-Kinder ehrlich sind, ist das das einzige, was zählt…kleiner Scherz) und “Dust and Ashes”, in dem Pierre seine Suche nach dem Sinn des Lebens artikuliert, hat schon einmal dafür gesorgt, dass ich vor dem Konservenregal im Edeka anfangen musste zu weinen (das ist KEIN Scherz).

der beste Einstieg: man mag es kaum glauben, aber es ist tatsächlich der Prolog.
Was man unbedingt hören muss, wenn man keine zwei Stunden Zeit es, es einmal komplett zu hören: Natasha & Bolkonskys, Dust and Ashes, The Ball, Letters, Preparations, Pierre & Natasha
die Nebenwirkungen: man will irgendwie dann plötzlich “Krieg und Frieden” lesen – ich ‘musste’ zumindest in meinem Urlaub an der Mecklenburgischen Seenplatte die neue deutsche Übersetzung kaufen. Nur leider schlafe ich immer ein.

Music Monday … The Negative

Over the last week or so the Waitress recording and I really hit it off. Thanks to my lovely friend A. I own the Sara Bareilles concept-kinda album in addition to the Broadway album and I love them both.

One song I particularly like isn’t featured on the Sara Bareilles album, but it is still important as well as funny and interesting music-wise.

Not only has is the main lyric really funny (“Focus on the negative…!”), but it features one of my favourites lines from the show:

Jenna: Funny how one night can ruin my whole life!
Girls: Don’t go there yet, we don’t know what the test says….

(it happens around the 1:30min mark)

Please, take a listen and tell me how funny these lyrics are with what the music tells us at the same time. I burst into laughter EVERY. SINGLE. TIME.

Have a great week and I hope your August is off to a good start.

Music Monday … Blackout

On Saturday I realized I hadn’t listened to Lin-Manuel Miranda’s first big Broadway hit In the Heights in quite a while. I don’t know exactly why, but In the Heights really is a summer-listen to me and although temperatures dropped over the last couple of days (don’t even get me started on how cold I was when I rode my bike home at 3:30 in the morning on Sunday) I decided it’s that time of the year already.

There’s a lot of fabulous songs in that show, that make me cry on a regular basis, but one of my all-time favourites definitely is the Act I finale “Blackout”. And I really have nothing else to say about that.

Just listen and feel a little bit summery already!

 

Music Monday … She Used to Be Mine

When I recently (like on Saturday) went back in my Youtube history I re-stumbled across Jessie Mueller singing Sara Bareilles’ “She used to be mine” from the musical Waitress. And while I was listening to it and watching Ms. Mueller – whom I love in Beautiful two years ago as you could read here – sing I remembered the day I showed it to my Mom for the first time. Somehow and I really can’t say why the both of us ended up crying on the couch and my Mom said: “Oh…maybe we should go to NYC again this summer and see shows!”

And although it took us another month until we put that into action and now we’re going. In July.

HAPPY MONDAY, FOLKS.