Music Monday

#MusicMonday … The Choices We Make

Ok, jetzt mal ehrlich: Wer kennt diese Situation, wenn man einen Ohrwurm hat, zwei bis vier Takte, der einen RICHTIG nervös macht, weil man weder weiß, wie es nach besagten zwei Takten weiter geht, noch den Text gut genug kennt, um von den Wörtern auf den Inhalt zu schließen und von dem wiederum auf die Herkunft oder den Titel des Liedes.

Vergangene Woche traf mich genau so einer wieder – vielleicht war es die Strafe für den lauten und sehr raumgreifenden “She works hard for the money”-Ohrwurm, der mich zum Leidwesen (und der Unterhaltung) meiner Kolleg_innen neulich im Büro heimsuchte. Ich hatte also einen typischen Fall von meinem eigenen Chor im Ohr, mit latent pathetischer Melodieführung (I LOVE me some pathetische Melodieführung from time to time)

Drei Tage später habe ich dann abends durch meine Apple Music Bibliothek – die, wenn wir ehrlich sind, nur aus Showtunes besteht – gescrollt auf der Suche einem Song, der auf meinen Ohrwurm passen könnte. Besonders lang war’s nicht her, dass ich es gehört hatte, es ist kein altes Stück. Durch die #pathetischemelodieführung konnte es quasi nur ein Finale oder zumindest ein Finale 1. Akt sein. Und BOOM plötzlich wusste ich’s: Es ist “The Choices We Make” aus dem Musical A Bronx Tale, das sich überraschenderweise schon relativ lange am Broadway hält, obwohl es bei sämtlichen Awards fast ausnahmslos ignoriert wurde.

Ich finde, das Reinhören lohnt sich – und nicht nur für die letzten Song.

Der Ohrwurm ist seitdem übrigens weg.

 

Advertisements

#MusicMonday … It’s an ol’ song.

So, nachdem ich vor einer Woche einen Beitrag über gleich drei deutschsprachige Musicalalben geschrieben habe, hat mich Ende der vergangenen Woche eine Neuerscheinung vom amerikanischen Markt erwartungsgemäß total umgehauen – und das sogar obwohl ich die Musik dank verschiedener bereits existierender Aufnahmen relativ gut kenne und ich das Stück sogar im Sommer 2017 glücklicherweise in New York sehen konnte. Die Rede ist von HADESTOWN von Anais Mitchell, das ich im New York Theatre Workshop in einer Inszenierung von Rachel Chavvkin erleben durfte und das mir irgendwie beigebracht hat, dass man offenbar so Themen hat, auf die man immer anspringt (#Leitmotiv). Bei einem Freund von mir ist es die Undine-Rusalka-Meerjungfrau-Geschichte in allen Facetten, bei mir scheinbar Orpheus und Eurydike. Well…who knew…and I really don’t know why.

Die Musik war erst eine Theatermusik, dann gab es dazu ein Concept-Album, dann ist es wieder auf die Bühne gekommen und diese Version hat uns Ghostlight jetzt live konserviert (haha, Oxymoron!) und zwar so sehr, dass ich am Freitag nach einem langen und irgendwie so mittelcharmanten Arbeitstag nach Hause kam und das doch sehr viel sehr viel besser gemacht hat.

Für den Music Monday habe ich heute zwei Songs rausgesucht, die in keiner Veröffentlichung vorher enthalten waren und auf ihre Arbeit jeweils sehr schön den Vibe des Stücks festhalten: zwischen eskapistischem Südstaaten-Sound (New Orleans, my friends…) und Kapitalismus-Fugen lotet Hadestown nämlich irgendwie allegorisch die Geschichte von Orpheus und Eurydike aus, wo es um viel mehr geht als um Leben und Tod und irgendwie auch um weniger, nämlich um Arbeiten, um Arbeitsmoral und Lebensziele, ums Übers-Ohr-Gehauen-Werden und um die Kompromisse, die wir eingehen müssen.

#MusicMonday … Augen und Füße

Am Samstag war ich in der Premiere von Footloose am Staatstheater Darmstadt und auch wenn ich nichts über den Abend schreiben werde – wie auch über Jesus Christ Superstar am Hessischen Staatstheater Wiesbaden, weil beides Häuser sind, für die ich arbeite – die Musik war irgendwie fetzig (sagte man nicht irgendwann man “fetzig” für “cool” oder “krass” oder “mitreißend”?) und hat mich ein bisschen begleitet. Vor allem “Somebody’s Eyes”, weil ich da noch einmal die Stimme einer mir gut bekannten Sängerin neu und besser habe kennen lernen können, und weil es einfach ein schöner, ein bisschen overly dramatic und ein bisschen hart 80er Song ist.

Und weil er am Samstag in einer Inszenierung gesungen wurde, in der danach jede private Unterhaltung der Moore-Familie on the front porch geführt wurde. Und das hat mich auf eine armselige Art und Weise doch sehr unterhalten. 😉

Was gibt’s bei euch heute auf die Ohren?

 

#MusicMonday … a new obsession

aka: Warum habe ich das nicht schon viel früher entdeckt?

Vor etwas über einer Woche wurde ja das “Geheimnis gelüftet” und die beiden Hauptdarsteller für Ghost in Berlin verkündet. Und da habe ich festgestellt, dass ich tatsächlich die deutsche Aufnahme von Ghost schon auf meinem Telefon gespeichert, aber noch nie angehört hatte. (SHAME ON YOU, ich weiß) Als ich dann am Samstagfrüh ein wenig Zeit und Muße und vor allem Lust und Brainspace für etwas Neues, habe ich endlich einmal auf Play gedrückt.

Es stellte sich heraus, dass ich es wirkich gut finde. Nicht auf eine Jason Robert Brown- oder Stephen Sondheim-Art (“OH MEIN GOTT, das ist DIE BESTE MUSIK, die ich je gehört hab!”), aber im Sinne von: Hallelujah, warum hab ich das nicht schon viel früher angehört?

Nach dem ersten Hören habe ich mich damit in den Ohren aufs Laufband gestellt und die Aufnahme hat auf jeden Fall den Sport-Test auch bestanden (die deutsche ist ein bisschen besser geeignet als die englische in meinen Augen, weil sie mir in manchen Tracks ein bisschen schneller vorkommt).

Wie dem auch sei – besonders angetan hat es mir das schmalzig-sappy “Three Little Words” bzw. “Drei Worte von dir”. Und ja, ich falle halt voll drauf rein, wofür dieser Song so offensichtlich nutze ist in diesem Stück, und es ist mir superegal. 🙂

#MusicMonday … Throwback edition

Nachdem ich letzte Woche (trotz eines freien Montags, aber wegen einer sehr ausgedehnten Premierenfeier am Vorabend…) der #MusicMonday hier auf dem Blog ausgefallen ist – immerhin gab es eine Pseudovariante auf der Facebookseite – sind wir heute mit einer Throwback-Edition zurück!

Normalerweise versuche ich ja mehr oder weniger erfolgreich und/oder offensichtlich meinen Beruf und den Blog zu trennen (deshalb habe ich zum Beispiel auch nichts zu Jesus Christ Superstar am Hessischen Staatstheater Wiesbaden geschrieben, wo ich letzte Woche in der Premiere war, weil…es ist schon irgendwie “mein” Haus), aber heute muss es mal sein.

Als ich nämlich gestern ENDLICH mal wieder den ausgelatschten Pfad von Glöckner und The Great Comet verlassen hab musiktechnisch, bin ich irgendwie bei Jasper in Deadland gelandet. Und dann ist mir aufgefallen, dass es ein inzwischen fast ZWEI JAHRE ALTES Video gibt, was sehr lustig ist (und unglaubliche 1000 Views auf Youtube hat…#ironie). Was sind wir alle klein und was hat Lisanne am Anfang für einen peinlichen Auftritt (ohne Mikro für Sänger kein Lied, Lisanne!) – es ist zum Brüllen komisch, finde ich, und immer wieder eine schöne Erinnerung.

In diesem Sinne: Lach, wenn du nicht mehr lebst! #lol

 

#MusicMonday … Journey to the Past

Als ich gesten die erste Episode des Broadway.com-Vlogs von Christy Altomare in der Musicalfassung von Anastasia sah, erinnerte ich mich daran, wie gern ich den Animationsfilm aus den 90ern mag und als Kind mochte. Aber noch lieber erinnere ich mich daran, wie ich vor knapp vier Jahren (!) zum ersten Mal im 54below in New York saß, leicht angetrunken vom Weißwein und meine Mutter und ich einen Tisch mit einem extrem charmanten schwulen (Ehe-)Paar teilten. Es gab das Anniversary-Konzert des Duos Lynn Ahrens und Stephen Flaherty, es sangen LaChanze und Stephanie J. Block und Norm Lewis und ich war weggeblasen. Das war übrigens auch der Moment, in dem ich mich in den Sound von Ragtime verliebte – aber das ist hier nebensächlich.

Eigentlich geht es nämlich um etwas anderes und zwar um Liz Callaway, die also vor uns auf der Bühne stand (wir saßen nicht besonders weit weg), die 22-jährige Lisanne davor (wir erinnern uns: leicht angetrunken…) und dann singt sie, die amerikanische Originalstimme aus dem Film, dieses Lied. Ich war sehr berührt und weggeblasen und das Paar mit uns am Tisch verdrückte ein paar Tränchen, was mich noch mehr rührte. Aber es ist auch einfach immer noch einfach so gut.
Und irgendwie hat man manchmal einfach das Gefühl, etwas besonderes erlebt zu haben – auch wenn es nur ist, wie Liz Callaway im 54below “Journey to the Past” singt.

Oder?

#MusicMonday … Me and the Sky

Guten Morgen,

nachdem ich letzte Woche einfach nur zu müde war, um am Freitag einen thematischen/inhaltlichen Post zu veröffentlichen, gibt es nun einfach einen neuen MusicMonday.

Und auch diese Woche etwas aus einem großen Broadway-Hit, because that’s my JAM at the moment. Jenn Colella hat mich mit diesem Lied mehrfach einfach zu Tränen gerührt, sodass ich wie your ordinary crazy lady heulend vor meinem Computer saß.

Noch spannender als ihre Performance finde ich allerdings, dass “Me and the Sky” die einzige richtige Solonummer aus Come from Away ist, das sich extrem energetisch und quasi als “Feel-Good-Musical” (so komisch das klingt) mit den Auswirkungen von 9/11 auf den internationalen Flugverkehr um dieses Datum herum beschäftigt. Nennt mich pathetisch, aber irgendwie mag ich es, wenn Stücke, die sich derartig mit Gemeinschaft auseinandersetzen und quasi Zusammenhalten promoten, dann auch Ensemblestücke sind, wo die spielerische Gemeinschaft geradezu die Energie hervorbringt, die dann zu einer Faszination wird.

Was hört ihr heute?

#MusicMonday … Good for you

Ich bin momentan nicht besonders off-anything. Oder gar off-off. Momentan müssen die großen Produktionen musikalisch ran, um mich ‘über Wasser zu halten’. Also heute nun Dear Evan Hansen.

Wenn ich mich mit like-minded Musicalmenschen unterhalte, kann ich mich häufig dann nicht entscheiden, was ich UNBEDINGT MAL WIEDER HÖREN MUSS.

So war das auch am Samstag, als ich bei einer Einweihungsfeier auf Menschen traf und ein Kommentar zum nächsten führte und plötzlich gab’s ein Gespräch über “Waving through a window”. Ich sagte “Aber dieses andere Lied ist eigentlich noch viel krasser!” und mir fiel aber ums Verrecken der Titel nicht ein. Auf dem Nachhauseweg dann natürlich schon – und deshalb MUSS “Good for you” mit der grandiosen Performance von Rachel Bay Jones heute einfach meine Montagsmusik sein.

Was hört ihr zum Wochenanfang?

 

#MusicMonday … Letters

Eine neue Woche, ein neuer #MusicMonday!

Meine derzeitig Begeisterung für “Natasha, Pierre & the Great Comet of 1812” ist spätestens nach meinem Artikel vor anderthalb Wochen kein Geheimnis mehr. Die Casting-Stunts und das damit verbundene Drama machen mich ein bisschen besorgt, dass – sollte ich tatsächlich im März mal wieder nach New York kommen – ich das Stück schon nicht mehr zu sehen bekommen werde. (und wer dieses ganze Drama verpasst hat, der mein lieber Niklas hat dazu bei Kulturpoebel einen Kommentar geschrieben)

Wie dem auch sei, lustigerweise habe ich meinen erste Zugang zu diesem Stück nicht durch das humoristische Opening (ich erzählte davon…), sondern durch einen weniger lustigen, dafür dramatischen Song gefunden, der während der Zugfahrt von Wiesbaden nach Berlin zu Beginn meines Urlaubs in ENDLOSSCHLEIFE lief, die Rede ist von “Letters”.

Abgesehen davon, dass ich Briefe privat auch ganz toll finde (auch wenn man sich manchmal vor dem Lesen drückt…), leistet dieser Song einmal mehr ganze Arbeit, die vielen verschiedenen Figuren miteinander zu verknüpfen, jeder ihren Raum zu geben und die richtigen dramatischen Spitzen zu setzen.

Was mich am meisten berührt: “Dear Andrey….what more can I write after all that has happened?” (vor allem die Pause, die für das, was das Metrum wie auch alles Vorangegangene erwarten lassen, unendlich lang ist, dass es schon fast plakativ ist)

Das größte Ohrwurm-Potenzial dieses Songs: “Natalie, Natalie, Natalie, I must love you or die” (ich geb’s zu, ich bin Freundin von latent fatalistischen Lyrics)

Ich wünsche euch allen ein gutes Hören und gut gespitzte Ohren in der neuen Woche!

#MusicMonday … Jericho

Long time no #MusicMonday, right?

Dabei hat mir das Ausgraben bzw. Entdecken von neuer Musik, neuen Youtube-Clips immer Spaß gemacht – nicht zuletzt auch, weil es meinen eigenen Horizont immer wieder erweitert hat.

Über das heutige Video bin ich gestolpert, als ich vor einiger Zeit von Video zu Video von/mit Performances von Kerstin Anderson gehüpft bin. Sie wiederum habe ich als Villa in Ryan Scott Olivers Konzertfassung von “We foxes” via Youtube kennen gelernt und dann…naja…wie es halt so geht: eins kommt zum anderen und dann vergisst die automatische Wiedergabe des nächsten Videos auszustellen und dann kommt man zum heutigen Video.

Abgesehen, dass ich voll auf die Ästhetik stehe zwischen geringer Tiefenschärfe, den großen Glühlampen an der Lichterkette, die Klavierbegleitung…der Song holt mich auch ein bisschen in der meiner Bibel-Nerdigkeit ab, die noch aus meiner Hebräisch-Lern-Zeit übrig geblieben ist – auch wenn Jericho wohl eher aufs neue Testament anspielt und deshalb nicht so viel mit Bibelhebräisch zu tun hat. Klickt man sich auf dem Youtube-Kanal des Komponisten Ethan Carlson weiter, findet man auch noch eine andere biblisch inspirierte Songs – Jericho ist dabei einer meiner Favoriten, gemeinsam mit dem (bei einem Konzert ebenfalls von Kerstin Anderson gesungenen) Nazareth…anscheinend neige ich hier zu Songs, die nach Städten im Nahen Osten mit nicht ganz unproblematischer Geschichte benannt sind. 🙂

Viel Spaß beim Hören und einen guten Start in die neue Woche!


This week my song for #MusicMonday is Ethan Carlson’s Jericho, sung by Kerstin Anderson in this gloriously aesthetic video. You can also check out his other bible-inspired songs on his Youtube-channel, one of my other favourites definitely is Nazareth.

Have an amazing week and happy listening.